Mattel`s Barbie schwächelt, „Bratz“ und „American Girl“ sollen die Puppen wieder tanzen lassen

Bei Barbie war es bisher wie mit vielen Dingen, man kann dagegen sein wie man will, die besten Argumente haben: Bedienung eines reaktionären Rollenklischees, Verdummung, Reduzierung auf eine passive Frauenrolle, – eine fragwürdige Makellosigkeit – aber es gibt sie doch. Doch schockschwerenot, die Kinder haben sich von der Barbie … abgewandt! Der Grund, die Kindheit, em nein, die Puppenspielzeit hat sich sukzessiv verkürzt. Kinder spielen mit fünf bis sechs Jahren mit der Barbie und das wars. Mattel macht mit Barbie nur noch ein Fünftel des Umsatzes wie vor 20 Jahren. Die wirklich gute Nachricht, Mädchen interessieren sich jetzt mehr für Computer, die Rollenspezifik der Interessen verwischt.
Doch zurück zur Barbie, nach der Ponytail Barbie kamen Stewardessenkostümchen, Ausgehkleidchen, Prinzessinnen- und Hochzeits-Styling. Sie zeigte sich auch als Astronautin, Zahnärztin, Pilotin und Polizistin. Nur eben – alles plastikschön in gertenschlank mit Superbusen und starrem Lächeln.
Jetzt wurde das Puppensegment mit gleich zwei Varianten aufgemischt. Zum einen mit der frecheren „Bratz“, ein Kunstbegriff der in Amerika in etwa für „Göre“ steht, und mit dem „American Girl“. Beides Produkte die erstmal nur beim amerikanischen Publikum gut ankommen. Beim „American Girl“ gibts für die Besitzerin die gleichen Anziehsachen wie für die Girlie-Puppe, bei „Bratz“ ist vor allem Barbies Atombusen weggefallen, doch Schlafzimmerblick und meterlanges Haar und Netzstrümpfe lassen keinen Zweifel daran, was Puppenhersteller unter „frech“ und „lebensnah“ verstehen. „Bratz“ ist nicht das Aus für Anziehpüppchen, was sich empanzipierte Eltern wünschen. Die angeblich so freche „Bratz“ ist eine, sagen wir mal, etwas schlampigere Barbie-Nachfolgerin. So lebensnah wie es eine Puppe mit Schlafzimmerblick, Netzstrümpfen und Frisiersalonacessoires eben sein kann. Noch ist Mattel Konkurrent von „MGA“, denn bei ihm kam die Puppe auf den Markt. Doch ein Matell-Designer entwarf die Puppe, als er noch bei Mattel unter Vertrag stand. Das könnte reichen, um Mattel zur Puppenmutter von „Bratz“ zu machen. Der Prozess ist im Gang. Mattels Oberster, Dickinson, hat aber auch mit der Ursprungs-Barbie – seiner Ansicht nach – ausgefallene Pläne. Er will Lebenswirklichkeit in die Welt der Barbie holen, sie zum Beispiel auf den Laufsteg schicken, da wo sich seiner Ansicht nach Mädchen heute aufhalten…. Ob Dickinson das alles so richtig verstanden hat mit der Lebenswirklichkeit werden ihm die Käufer dann bescheinigen müssen.

tagesschau.de, weltonline

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Eine Antwort zu “Mattel`s Barbie schwächelt, „Bratz“ und „American Girl“ sollen die Puppen wieder tanzen lassen

  1. Es ist wirklich sehr interessant zu beobachten, wie sich die Spielzeugindustrie versucht krampfhaft auf dem Verkaufsstand von vor 15 Jahren zu halten. Es ist doch völlig logisch, dass in der heutigen Zeit der Medialität und des völlig verfrühten Schönheitswahns die Mädchen so schnell es nur irgendwie geht keine Kinder mehr sein möchten. Dies führt natürlich unweigerlich dazu, dass Barbie mit dieser Erkenntnis der Mädchen ausgedient hat. Insgesamt ist es natürlich nicht einfach für Mattel sich etwas einfallen zu lassen, was dieser Krise ein Ende bereitet…

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