Afghanistan/Pakistan: Journalist Rohde entkommt seinen Geiselnehmern

Der amerikanische Reporter und zweimalige Gewinner des Pulitzer-Preises David Rohde tat wohl das Richtige, als er aus einer streng bewachten Taliban Region Pakistans die Flucht aus seiner bereits sieben Monate währenden Geiselhaft wagte. Auch sein Dolmetscher wagte es, über die Mauer in die Freiheit zu klettern, über die auch Rohde geflüchtet war.

Spektakulärer Fluchterfolg
Doch die Mauer war nicht das einzige Hindernis, die ganze Region gilt als von den Taliban kontrolliert und dominiert. Doch Rohde traf bald auf pakistanische Militärs und konnte mit seinem Dolmetscher in Sicherheit gebracht werden. Der Fahrer blieb zurück, habe sich aber laut Agenturberichten, bereits zuvor auf die Seite der Taliban geschlagen.

Politische Forderungen statt Geldforderungen
Obwohl Einzelheiten über die Verhandlungen geheimgehalten werden konnten, ist klar, dass die Gruppe, die Rohde und seine Begleiter im November 2008 gefangen nahm, politische Forderungen stellte, die kaum erfüllbar gewesen wären. Im Gegensatz zu den üblichen Geldforderungen der Geiselnehmer stellte sich diese Gruppe Freilassungen vieler inhaftierter Talbankämpfer vor.

Absprachen mit der Presse funktionierten gut
Bewaffnete Talibankämpfer hatten den Journalisten und die Begleiter in Afghanistan gekidnappt und in eine von den Taliban dominierte Region nach Pakistan verschleppt. Ein gut funktionierendes weltweites Stillhalteabkommen der Presse hatte die Öffentlichkeit weitgehend herausgehalten und damit Verhandlungen etwas erleichtert und vermutlich vereitelt, dass die Erpresser eine spektakuläre Hinrichtung inszenierten.
Der mutige Sprung über die Mauer, der dem für die „New York Times“ tätigen Rohde nun gelang, hat ihm vermutlich das Leben gerettet. Eine Erfüllung der politischen Forderungen des harten Talbanflügels, der für Rohdes Kidnapping verantwortlich zeichnete, schien unmöglich. Als Kopf hinter der Entführung gilt Dschallaludin Hakkani, lt. Spiegel ein “Taliban-Fürst” und somit Hardliner aus den Taliban- und al-Quaida-Kreisen.

Quellen: Startribune, New York Times, Spiegel Online

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