Eine Hommage für meinen Freund Michael Jackson – Deepak Chopra

Übersetzung aus dem Englischen durch Loginblog. Den Text „A Tribute to My Friend, Michael Jackson“ schrieb Deepak Chopra wenige Stunden nach Jacksons Tod nieder.

Michael Jackson mit Deepak Chopra

Michael Jackson mit Deepak Chopra

In der Erinnerung wird Michael Jackson vermutlich das zersplitterte Symbol eines Pop Genius bleiben, den der Ruhm so sehr veränderte, dass er auch körperlich eine Besonderheit wurde, so als sei er seine eigene Mutation.

Doch das ist nicht der Michael, an den ich mich erinnern werde. Der Michael, den ich kannte, war eine Mischung aus Geheimnishaftigkeit, Isoliertsein und einer besonderen Milde. Überdimensionales Berühmtsein und persönliche Einsamkeit fanden sich in dieser einen Person. Zwanzig Jahre kannte ich ihn so. So leicht es war, Michael zu lieben und so stark der Wunsch war, ihn beschützen zu wollen, jetzt erscheint mir sein plötzlicher Tod fast wie vom Schicksal bestimmt.
Zwei Tage vor seinem Tod rief er mich in einer aufgeregten Stimmung an. Er sprach auf den Anrufbeantworter: “Ich habe wirklich gute Nachrichten, die ich mit dir teilen möchte“.

Er schrieb gerade einen Song über ein Umweltthema und wollte, dass ich ihm mit Hintergrundinformationen bei den Texten half. Das hatten wir auch in anderen Fällen schon so praktiziert. Als ich ihn zurückrufen wollte, war, warum auch immer, die Telefonnummer nicht mehr gültig.
So konnte ich nicht mehr mit ihm sprechen und das Musikdemo das er mir noch sendete, liegt nun auf meinem Nachttisch wie ein schmerzliches Symbol eines Lebens, das unvollständig blieb.

Als wir uns etwa 1988 das erste Mal trafen, war ich von der Mischung aus Charisma und Verletzlichkeit, die Michael umgab, berührt. Er ließ sich von Fans auf dem Flughafen umringen, konnte eine unglaubliche dreistündige Show hinlegen, dann wieder, traf ich ihn hinter der Bühne nach dem Bukarestkonzert an und er trank entspannt Wasser, beschäftigte sich mit einem Sufi-Text und war im Begriff zu meditieren.

Die Person, die ich als klar und einfach (bis hin an die Grenze des Lächerlichen) wahrnahm, befasste sich mit den Gedichten von Rabindranath Tagore, über die wir noch in den letzten zwei Wochen gesprochen hatten. [R.T. ist ein bengalischer Schriftsteller und Gelehrter, der als Kultur- und Sozialreformer seiner Zeit galt].

An Michael beobachtete man beispielhaft das Paradox vieler berühmter Stars – sie sind auf der anderen Seite der Bühne sehr schüchtern und introvertiert. So war es häufig so, dass er, als er mich besuchte, eigentlich die meiste Zeit des Abends gedankenversunken in einer Ecke des Raumes aufhielt, neben ihm seine noch kleinen Kinder. Ich sah niemals etwas anders als einen liebenden Vater, wenn ich sie zusammen erlebte und ich bin wie jeder andere der ihm nahe stand, besorgt darüber, was nun mit den Kindern passieren wird.
Michaels Widerwille, erwachsen zu werden, war ein anderer Teil des Paradoxons. Meine Kinder verehrten ihn und im Gegenzug antwortete er ihnen auf eine sehr kindliche Art und Weise.
Er erwähnte oft, so wie es andere ehemalige Kinderstars erleben, dass ihm die Kindheit geraubt wurde.
In Anbetracht der unglaublich übertriebenen Aufmerksamkeit und übergroßen Wertschätzung, die unsere Gesellschaft Prominenten zuteil werden lässt, und die auch über Michael ausgeschüttet wurde, schien diese Öffentlichkeit seinem echten persönlichen Leid gegenüber gefühllos. Seine Probleme wurden zu einem anderen kitschigen Stück des öffentlichen Jacko, dargestellt als besondere Eigenart eines unberechenbaren Sonderlings. Es gab dabei auch sehr viel schlimmere Bewertungen seines Auftretens.
Es ist nicht meine Sache, mich über die Schwierigkeiten zu äußern, in die Michael in der Vergangenheit geraten war und die er mit falschen Entscheidungen vergrößerte. Er war umringt von Personen, die ihn bremsten, und von einer beschämenden Plethora (Wasserkopf) von Ärzten in Los Angeles und an anderen Orten der Welt, die ihn mit verschreibungspflichtige Medikamente versorgten.
Immer wenn er vorsichtig mitteilte, dass er ein Problem hatte, endete die Unterhaltung mit Ausweichmanövern und er verneinte ernste Probleme. Während ich dies hier schreibe, verbreiten sich über die Kabelsender die Berichte über seinen Medikamentenmissbrauch. In dem Moment als ich von seinem Tod hörte, spürte ich, dass verschreibungspflichtige Medikamente eine Schlüsselrolle spielen würden.
Die größte Nähe zwischen Michael und mir entstand, als er auf der Suche nach einem Buch war, das er hauptsächlich auf seinen Konzerten verkaufen wollte. Es sollte Bilder für seine Fans enthalten aber auch Texte kurzer Fabeln. Ich saß Stunden mit ihm zusammen, während er wie in einem Traum aesop-artige Märchen über Tiere erfand, zusammen gewürfelt mit Texten über Musik und seine Liebe zur Musik. Dieses Projekt wurde schließlich zu „Dancing the Dream“, für dass ich diese Texte zusammengefasst hatte. Dabei handelte ich ausschließlich als Freund. Diese Zusammenarbeit war es, die mich über Michaels Art zu leben, die er sich für sich selbst ausgedacht hatte, aufklärte. Um den Wellen des Stress zu entgehen, die ein solches Megaberühmtsein immer mit sich bringt, schuf er sich eine private Rückzugsmöglichkeit in eine Fantasiewelt, wo pinkfarbene Wolken seine tiefen Ängste verschleierten und Peter Pan ein Held war und nicht der Peter Pan, mit dem krankhaften Aspekt des Nicht-Erwachsenwerdenwollens.
Dieser Kompromiss mit der Realität wurde sukzessive immer widersprüchlicher und untragbarer. Er ging sehr weit dabei, diesen Status zu erhalten.
Schrankenlose Privilegien wurden ein andere Art giftige Kraft auf seinem Weg in den Ruin..Was als Merkwürdigkeit, Schüchternheit und Verletztlichkeit begann entwickelte sich zu von obsessiven Vorstellungen über Gesundheit, zu panischen Ängste über seine Sicherheit und führte zu einer Isolation, die mehr und mehr zerstörerische Aspekte zeigte. Als Michael mir die Musik für seinen letzten Song gab, den, der jetzt auf meinem Nachttisch liegt, schien die Übergabeprozedur in ihrer Geheimhaltung mit einer verdeckten CIA Operation wetteifern zu wollen.
Meine Erinnerung an Michael Jackson ist so komplex und verwirrend wie die eines jeden anderen. Seine nahesten Freunde müssen zusammenrücken und versuchen alles in ihrer Kraft stehende tun, um dafür zu sorgen, dass nach seinem Tod das Gute von Michael sichtbar bleibt.
Wird es uns gelingen, ihn vor dem Missbrauch durch die Medien zu schützen? Niemand kann das sicher sagen. Ich wollte nur einige Details in die Informationssysteme einbringen das ihm und seiner vielschichtigen Person Rechnung trägt.

Mein Sohn Gotham reiste mit Michaels als Roadie auf seiner Tour “Dangerous” mit ihm als er 13 Jahre alt war [Korrekturanmerkung d. Übersetzers, Gotham muss nach dessen eigenen Angaben zum Zeitpunkt dieser Tour 17 Jahre, gewesen sein]. Michael gab sich gegenüber Gotham diszipliniert und zeigte immer ein tadelloses Benehmen. (Ich fühle ein Frösteln, wenn ich dran denke, was er Gotham einmal sagte: Ich möchte nicht wie Marlon Brando gehen müssen, ich möchte gehen wie Elvis”).

Grace Rwaramba, die als Babysitter und Ersatzmutter für Michaels Kinder eingestellt wurde, ist für mich wie eine weitere Tochter. Ich stellte sie ihm vor als sie 18 Jahre alt war, ein schönes, herzenswarmes Mädchen aus Ruanda, das nun erwachsen geworden ist. Sie warf für mich immer ein Auge auf ihn und hat mich in den Momenten angerufen, wenn es ihm schlecht ging oder kurz davor war an eine Grenze zu gehen. Wie tragisch und traurig für Grace, dass zu diesem Zeitpunkt niemand da war, dessen schützender Instinkt oder dessen Liebe, diesen tragischen Tag hätten verhindern konnten. Grace rief mich schluchzend aus London an. Ich konnte sie nicht trösten, wollte aber diesen kurzen Text zum Gedenken an Michael schreiben. Wenn der Schock weicht und Tausende von Stimmen an Michaels brilliante, freudvolle, kampfbereite, rätselhafte und bizarre Flugbahn dieses Menschen wieder und wieder erinnern werden, dann hoffe ich, dass es der Begriff „fröhlich“ ist, der aus der Asche aufsteht und so sehr strahlt wie Michael es einmal tat.

Hier geht es zum Originaltext: A Tribute to My Friend, Michael Jackson

„Schöne Tage – nicht weinen, dass sie vergangen, sondern lächeln, dass sie gewesen.“
Rabindranath Tagore

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8 Antworten zu “Eine Hommage für meinen Freund Michael Jackson – Deepak Chopra

  1. Na ja, ich werde ihn nicht vermissen…

  2. danke für diese zeilen…

  3. Sehr schön geschrieben,Danke Deepak Chopra.
    Ich bewunderte Michael sehr,ich bin kein Fanatiker,aber ich werde immer das gute in Michael sehen und Michael verteidigen.Ich bin der Meinung Michael hat nie etwas böses getan,darum bitte ich lasst Michael doch endlich in Ruhe,kramt nicht weiter in seinem Leben und erfindet noch mehr Gerüchte,Michael wurde genug angetan.Ich kann nichts schlimmes finden,außer an den Menschen,die Michael nichts gutes wollten.Jeder hat seine Träume,in jedem Erwachsenen steckt ein Kind.Michael sang Childhood…………Ich kann MIchael verstehen……………in vieler Hinsicht denke ich wie Michael.Michael war etwas ganz besonderes.Lasst jedem seinen Freiraum,Michael musste einen verdammt hohen Preis zahlen .
    GENAU……..haltet hoch was Michael alles gutes getan hat,wofür er kämpfte,was er erreichte,für alle Menschen.Michael redete nicht nur wie viele,Michael tat sehr viel.Wenn die Menschen auf der Welt nur ein kleines Stück von Michael`s Liebe und Güte hätten,dann hätten wir diese bessere Welt.
    Michael strahlte förmlich Liebe und Güte aus und er hatte so ein herzliches liebes lachen.Manchmal sah er auch traurig,einsam und nachdenklich aus.
    Lasst doch jeden Leben wie jeder gerne möchte,denn jeder hat nur 1 Leben.
    Außerdem zu den Vorwürfen,Michael hat nichts schlechtes getan,das waren die,die diese Gemeine Lügen verbreitet haben,Nur schlechte Menschen denken,reden und handeln schlecht.Nicht Michael,ich habe immer gewußt das ist gelogen.Dafür musste ich Michale nicht persönlich kennen,Dankt was Michael gutes tat,er gab uns sehr viel,nicht nur Musikalisch,war Michael fasziniernd,versteht seine Botschaften.Michael schwamm nicht mit dem Strom,sondern dagegen,Michael hebte sich von der Masse ab,mit dem was er tat.Also warum wirdnur Michael ständig kritisiert für das was er machte oder nicht.Warum nicht bei anderen?
    Michel R.I.P.ich wünsche Dir Michael Du nun glücklich in der besseren Welt angekommen bist.
    Du wirts nie wirklich von uns gehen.Deine Liebe und deine Musik werden in uns weiter Leben.Danke

  4. Pingback: Ohne Worte… « Weblog von Natalie Ehnes

  5. Ja,es gibt Leute die sind nicht begeistert von Michael Jackson,es muss auch nicht jeder ein Fan sein.Aber man beleidigt,diskreminiert und macht sich nicht über andere Lustig.Wenn diese Menschen nicht ´s mit Michael anfangen können OK,aber hört auf so Hirnlos zu reden.Leistet erst mal etwas,Michael hat sich viel gleistet und gegeben.Ihr solltet euch mal besser Informieren,bevor Ihr irgendeien Misz redet,Ihr habt doch keinen Ahnung,wenn man keine Ahnung hat,solte man sich nicht so weit aus dem Fenster lehen. Leider hat Michael einige nicht erreicht,die haben zu hause wohl auch keine richtige Erziehung gehabt,sonst würden die nicht so reden,denn das ist kein benehmen.Es ist respektlos und bringt euch Schwierigkeiten,Lasst doch jeden sein Leben ao LEben ,wie es jeder gerne hat,Ihr wollt doch auch nicht beschimpft werden.

  6. Gedicht

    was ich fühle

    <<< Michael Jackson<<<

    Du nimmst mich mit auf eine Reise

    auf deine ganz besondere Art und Weise
    Dein Lächeln hat mich tief berührt
    soviel Liebe hab ich nie zuvor gespührt

    Verzauberst Herzen im Nu
    soviel Liebe und Geborgenheit gibst nur Du
    Du lässt mich mit deiner Musik,ein Stück mit Dir gehn
    ich fühle mit Dir und ich kann in dein Herz hinein sehn

    Ich möchte mit dir weinen,fühle deine traurigkeit,dein flehen,,
    Du bist gut, so wie du bist ,dein Wunsch ist nicht schwer zu verstehen.
    Doch dein oft so trauriger Blick
    holt mich aus dem Sicheren und schönenen Traum zurück

    Wenn mich die Welt erschüttert und mich Zweifel plagen
    gib nicht auf ,kämpfe weiter ,höre ich Dich dann sagen
    Du gibst mir Hoffnung und neuen Mut
    Ich muss fest dran glauben,dann wird es gut.

    Fühle mich verbunden mit deinen Gefühlen und Gedanken
    deine Liebe und Güte kennt keine Schranken.
    wenn ich dich höre ,die einsamkeit verschwindet,
    eingehüllt in Liebe,Geborgenheit und Zuversicht
    denn unser fühlen verbindet,du bist mein Hoffnungslicht.

    wenn Dir etwas wichtig war hast Du stes alles gegeben
    für Deinen und unser Traum,in Liebe zu leben.
    Du hast gezeigt der Weg ist steinig und schwer
    doch gemeinsam und in Liebe erreichen wir mehr.

    Dein Lachen ist so herzlich und Kindlich rein.
    In meinem Herzen wirst Du ewig sein.

    Michael

    Wenn ich Dich sehe,wenn ich Dich höre

    geht die Sonne auf

    Du belebst mein Gemüt,belebst meine Seele

    ein wohliges Gefühl steigt in mir auf

    Deine Augen so warm und so ehrlich

    deine Ausstrahlung ist so herrlich

    Die Magie wie Du mich mit Liebe füllst

    die wärme durchströmt mich sogleich

    das angenehme Gefühl in das Du mich hüllst

    Du machst mein Leben reich

  7. Wow – tolle Übersetzung. Bringt den Ausdruck der Originaltextes wirklich gut rüber. Sehr schöne Zeilen sind es.

  8. ich vermisse ihn u bin glücklich ihn erlebt zu haben

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