Tierfütterung – jetzt noch oder noch nicht jetzt ?

In der warmen Jahreszeit zufüttern

Wildtieren beim Überleben zu helfen ist nicht nur bei zugeschneiter Landschaft erforderlich, auch in der Brutperiode im Frühjahr ist es sinnvoll. Wer dieses Stück Verantwortung übernehmen will, bekommt viel zurück. Vogel- und Eichhörnchenbesuche am Futterplatz verbreiten gute Laune. Es geht das Gerücht, dass kleine Hunde Glücksgefühle bei Menschen auslösen, es einfach mal mit einem Futterplatz probieren, denn der Anblick munterer Wildvögel macht auch froh.

Hunger in der Stadt

Vögel und Eichhörnchen verhungern leider selbst in großen Parks von Großstädten. Das ist die Bilanz der Mitarbeiterin einer Eichhörnchenschutzstation mitten in München. Das bedeutet nicht allein, dass die Tiere vom Baum fallen, sie werden geschwächt, leichter in Unfälle verwickelt. Dies als eine „natürliche Dezimierung“ zu bezeichnen ist einfach. Aufgrund reduzierter Grünflächenangebote für Wildtiere und sich ausweitendem Bauland ist der Verlust jeden Tieres schade. Die Tiere, die sich durchsetzen können und Brutflächen finden und tatsächlich Nachwuchs zeugen werden fortschreitend weniger.

Füttern in der kalten Jahreszeit

Besonders in der kalten Jahreszeit stellt sich die Frage, ab wann mit der Vogelfütterung beginnen. Wer seinen Futterplatz neu installiert, dem ist angeraten, bereits früh mit dem Angebot zum Beispiel im Oktober zu beginnen, damit der Platz sich unter den Vögeln „herumspricht“.

„Man darf die Vögel nicht ans Zufüttern gewöhnen“

Spätestens, wenn es in den Nächten frostig wird, brauchen die Vögel Unterstützung. Der oben zitierte Kritiker, kann sich mit Beobachtung helfen und stellt fest: Erfahrungsgemäß greifen Vögel auf natürliche Futterquellen zurück, sobald die Natur es erlaubt. Das kann jeder selbst am Futterplatz beobachten. Bei wärmeren Temperaturen auch an Herbst- oder Wintertagen werden die Besuche am Futterplatz sofort etwas weniger. Futter zu reduzieren macht wenig Sinn, weil die nächste kalte Nacht und kalte Folgewoche kommt bestimmt. An warmen Tagen kann man sogar beobachten, wie kleine Meisen im Schnelldurchlauf die Äste abwandern, um zu gucken, ob die Blütensprossen schon etwas brauchbares hergeben. Sie suchen immer auch parallel nach natürlicher Nahrung. Sagen wir, es sind im übertragenen Sinn Naturkostladeneinkäufer, die in der Not auch mal ein Fertiggericht annehmen.

Tatsächlich lassen sich  Wildvögeln mit Menschen, die sich gesund ernähren vergleichen. Wenn sie gezwungen sind, auf konserviertes oder nicht frische Nahrung zurückzugreifen, wechseln sie sobald möglich wieder auf frische Produkte. Die angebotenen Fettfutter oder Sonnenblumenkerne sind zwar größtenteils hochwertig, wenn sie sich aber durch Nahrung ersetzen lassen, die die Natur bietet, vernachlässigen die Tiere das Angebot.

Eine „geregelte Natur“, die für alle etwas bereit hält, ein beliebtes Argument  der selbsterklärten Nichtfütterer, gibt es nur mit Einschränkungen. So kann eine kleine Schwanzmeise durchaus im Winter noch Samen in den Kronen hoher Bäumen finden. Aber die Gefahr, dass Bestände weiter schrumpfen, da der Winter die Vögel durch die massive Futterverknappung stresst, ist groß. Ein Bestandsrückgang lässt sich nur über viele Jahre wieder ausgleichen. Zunehmende Bauvorhaben auch in Stadtrandgebieten treiben die Vögel in die Städte. Das Umweltbundesamt meldet eine tägliche neue Versiegelung in Siedlungs- und Verkehrsfläche von etwa 113 Fußballfeldern. Eine Alternative bilden die Aktivitäten des Naturschutzbundes LBVs, der Flächen ankauft und damit Sicherheit für Wildtiere einkauft. Die Pestizideinsatz auf den Feldern lässt es Vögeln auf dem Land nicht mehr gutgehen.
In diesem Zusammenhang geht es derzeit um das Volksbegehren Betonflut stoppen der bayerischen Naturschutzverbände. Ausführlich erklärt dies auch der BR im Text Betonflut eindämmen.

 

 

 

 

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