Archiv der Kategorie: Deutschland sucht den Superstar

DSDS 2013 – Bohlen, Kaulitz & Co

So geht’s dahin mit DSDS 2013. Mal kommen einem die Kaulitz Brüder eigenständig vor, dann wirken sie wieder aufgeregt oder bohlen-gestriegelt. Bleibt zu hoffen, dass sie sich doch noch entzweien und mal eine echt wirkende Diskussion entbrennt. Der Culcha Candela Mann traute sich bei der Schlagerbewertung am Sendekonzept „rumzumeggern“, wie es ja eigentlich sonst nur der Bohlen dürfte. War das abgesprochen oder free-style? Die Jurysitze kommen einem schon fast vor wie eine Einladung zum Opernball an seine Schönen durch den Baulöwen Lugner. Hübsch aussehen und was Passendes sagen gilt auch für seine Eingeladenen. Lugner macht in Beton, Bohlen setzt auf die Schadenfreude der Zuschauer.

Wackelkandidaten für die Telefonleitungen

Die neue Tour, 8 statt 10 Kandidaten auswählen, mutierte zur Farce, denn die 6 sogenannten Wackelkandidaten sollten ohne einen weiteren Wettbewerb vom Publikum ausgesucht werden. Eine unfaire Leidenstour für die halbwüchsigen Teilnehmer, ein Versuch, die Telefoneinnahmen schon vorm Sendestart zu pushen. Mit 16 darf man noch sprachlos sein, so Fairuz Fussi, die den fast unmöglichen Quereinstieg in die Show nicht hinbekam und dann selbst für RTL zu viel Tränen weinte.

Die Castingshow „Blind Audition“ ist zwar auch nicht von übermäßigem Erfolg für die Absolventen gekrönt, macht aber mehr Spaß, ist klarer in den Bewertungen und keine reine Teenagerverheize. Glaubwürdigkeit genießen die „Bewertungen“ der Performances in DSDS beim Publikum nur teilweise. Zu gewollt wirken manche Knock-Out KOmmentare gegenüber den Teilnehmern. Quote soll zudem mit dem Ausflug in den Schlager gemacht werden. Diesmal ist die Schweizerin Beatrice Egli Vertreterin der seichten Musik. Sie macht dem Genre alle Ehre, zeigt die martialischen Wir-Feiern-und-lieben-das-Leben-Gesten wie eine Kirmesbraut, die schon 20 Jahre auf Highheels in Massivbauweise in Sachen Schlager unterwegs ist.

Mit von der DSDS 2013 Show sind noch: Beatrice Egli, Erwin Kintop, Maurice Glover, Susan Albers, Timo Tiggeler, Tim David Weller, Ricardo Bielecki, Lisa Wohlgemuth und Simone Mangiapane. Bleibt zu hoffen, dass die Sendung nicht noch mehr als bisher auf die Nervenzusammenbrüche von Teenagern abstellt.

DSDS Finale 2011 – Zuschauer wählen Pietro und Sarah in Pärchenfinale

In der RTL DSDS-Zwischenstandsmeldung zum Voting präsentierte Moderator Dieter Bohlen fast gleiche 30% Stände… So wurde die Geldmaschine „Anrufen für DSDS“ nochmal kräftig angekurbelt.
Doch echt oder unecht – unwahrscheinlich war das Ergebnis nicht. So warb die Jurorin Fernanda Brandao noch ausdrücklich für Frauenpower und Sarah Engels zeigte in ihren Doku-Einspielern viel Selbstkritik und Emotion. Das alles Garanten für einen kräftigen Votingschub auch bei der weiblichen Teilnehmerin. Am Ende stiegen Pietro Lombardi und Sarah Engels, Bohlens Wiederinkraftsetzung nach ihrer Abwahl, in den Ring zum Finale.
Sarah Engels Wiedereinstieg war von den RTL Dramaturgen möglich gemacht worden, nachdem man die Mitkämpferin Nina Richel für zu sensibel für die Show erklärt und aus dem Reigen verabschiedet hatte.

Ausgeschieden war Ardian Bujupi. Seine Songauswahl und sein Auftritt waren nahezu perfekt, er zeigte Emotion, Präsenz und variable Stimme, alles stimmte bei der Nummer drei.
Aber sein kerniges Muskelshirt Image, seine vielgezeigte Faszination von schnellen Autos und schönen Frauen waren wohl doch nicht dass, was die Mädchen, die hier bei den Anrufern auschlaggebend waren, sich so wünschen. Das Rennen zwischen dem sehr gut singenden Muskel-Macho und dem gut singenden Spaßvogel ging für die Lockerheit aus, nicht für die Maskulinität des Kontrahenten.
Die kräftige Stimme und die Intonation von Sarah Engels funktionierte auch ohne tänzerische Begabung. Auch diesmal, von Bohlen galant übersehen, stakste sie zu einem ihrer langsamen Songs gegen den Rhythmus über die Bühne. In den langsamen Songs startete dann auch der Favorit und Liebling der Mädchen Pietro Lombardi durch. Seine Spaßnummern zeigten weniger das musikalische Niveau, als den Mut sich zum Affen zu machen. Zudem Glückwunsch an die, die den Titel „Mambo No. 5“ immer noch hören können. Ein inzwischen weichgesungener Song, der als Schlusssong die Türen eher schloss. Doch für Pietro Lombardi, für den wohl schon längst die größte Fangemeinde von allen anruft, funktionierte selbst dieser Gassenhauer noch, um ins Finale zu kommen. Ob nun Pietros Lombardi einen rot weiss gestreiften Anzug trägt oder nicht, auch das trägt seine Fangemeinde mit.

Auch die Bühnenshow bei „Waving Flag“ mit Bujuppi führte etwas ins Beliebige. Die Tänzer trugen dazu große Fahnen, die wie Lätzchen um den Hals gehängt worden waren. Bujuppi blieb aber von optischen Ausfügen in die Clownerie verschont.

Doch die vielen anderen Songs waren diesmal ansprechender ausgewählt als sonst:

Pietro Lombardi mit der Sommerhit Antiquität von 1999:
“Mambo No. 5″ von Lou Bega aber auch mit:

“Can you feel the love tonight” von Elton John
“Wenn das Liebe ist” von Glashaus

Sarah Engels mit
“One day in your life” von Anastacia
“Lady Marmalade” (bei RTL als „von Christina Aguilera“ geführt..,

Diese sang aber nur eine 1998 er Version von „All Saints“ die im Film Moulin Rouge 2001 dem Song einen neuen Hype beschert hatte und auch von Pink gecovert wurde. Alle die diesen Song gecovert hatten, stürmten die Charts. Aguilera hatte damit den vierten Tophit in den Billboard Hot 100 und alle drei anderen Interpretinnen dieser Version,, Lil‘ Kim, Mýa und Pink gelangten damit das erstemal in ihrer Karriere auf Chartplatz 1.

“Beautiful” von Christina Aguilera

Ardian Bujupi mit
“Loving you is Killing me“ von Aloe Blacc
“Waving Flag” von K’naan
“Feeling good” von Michael Buble

6. Mottoshow 2011 – Ergebnis mit Tränen

Eine wirkliche Überrraschung war das Ergebnis nicht, da das gesangliche Niveau und der stimmliche Ausdruck bei allen Kandidaten hoch war, jedoch die Lücke zwischen Präsentation und stimmlichen Möglichkeiten bei einer Kandidatein immer größer geworden war. Zazou Mall war in der 6. Mottoshow das Aus beschieden.

Zazou Mall hatte auf Charme und Sexiness gesetzt und das hat auch lange funktioniert. Zazous Lächeln, ihre Cheerleader-Qualitäten und ihre Exotik reichten aber nicht für eine weitere Show. Darum gab es dann Tränen bei Zazou, die von ihren Fans vor der Übermacht der Anruferinnen für Pietro und andere Jungs der Show, nicht mehr weitergewählt werden konnte.

Die letzte weibliche Kandidatin Sarah Engels, wackelte diesmal nicht. Mit auf der Abwählliste neben Zazour stand in der 6. Mottoshow der singende Arzt im Praktikum Marco Angelini, den die interessantere Zukunft vielleicht am Ende doch im Arztberuf erwartet. Im Moment scheint er das allerdings nicht so zu sehen. Ob er mit der verzweifelten Songwahl in Richtung Partykracher richtig liegt, könnte, wenn die Songauswahl der anderen männlichen Kandidaten soviel spannender ausfällt, schnell zu einer eindeutigen Abwahl führen.
Auch wenn der Kandidat sich durch glaubwürdige gute Laune auszeichnet, war es doch ganz angenhem einmal zu sehen, dass er – zumindest auf der Position des Wackelkandidaten in der Show -, auch einmal nicht lächelte.

Ganz so schlimm ists für Zazou Mall nicht, mit ProSieben Let`s Dance Juror Joachim Llambie hat sie einen wichtigen Fan und vielleicht klappt es in der nächsten Staffel bei Let`s Dance, in der derzeit Thomas Karaoglan seine Sendezeit als Showtime nutzt.

6. DSDS Mottoshow 2011 – die Songs

Alle Auftretenden haben ein gewissen Niveau erreicht, davon einige mehr und andere weniger. Das Motto lautete „Europa gegen Amerika“ und war damit für fast alle Songs offen.

Ardian Bujupi traf mit seiner Songauswahl ins Schwarze, präsentierte “Glow” von Madcon und “I Need A Dollar” von Aloe Blacc.

Marco Angelini zeigte: “Der Komissar” von Falco und “Use Somebody” von Kings Of Leon.

Sarah Engels ging auf Nummer sicher mit stimmgewaltigen Ohrwürmern: “Walking On Sunshine” von Katrina And The Waves und “Hurt” von Christina Aguilera.

Sebastian Wurth zeigte ein gutes Händchen bei der Songauswahl, performte “You And Me (In My Pocket)” von Milow und “Hallelujah” sollte an die Version von Rufus Wainwright angelehnt sein, denn da gibts ja noch den Urheber Bob Dylan selbst und noch viel mehr Interpreten.

Pietro Lombardi wurde in das Dauerclowncostüm mit: “Don’t Worry Be Happy” gesteckt, allerdings in nicht ganz so nervigen Version der Hermes House Band und punktete mit der interessanteren Songauswahl “Mad World” von Michael Andrews feat. Gary Jules.

Zazou Mall in maximal kurzen Glitterkleidchen und mit “A Night Like This” von Caro Emerald und “Waka Waka (This Time For Africa)” von Shakira.

Wie das alles ausging: hier

DSDS Ergebnis der 4. Mottoshow 2011 – Norman Langen fliegt aus der Show und mit ihm die langen Glanzjacketts

Bis Mitternacht galt die Juryprognose, Ardian Bujuppi, Norman Langen und Zazou Mall galten als Wackelkandidaten.
Diese drei waren in der Rausflieg-Auswahl, Ardian Bujuppi war dann neben Norman Langen der mögliche Showverlierer. Ganz ausgezittert hat nun Norman Langen. Entweder hatte das Publikum genug von deutschen Titeln oder vielleicht auch vom Interpreten, der immer etwas Strahlemannglätte bewies und sich überwiegend im seniorentauglichen Karnevals-Glanzjackett präsentierte. Auch neongrüne Knickerbocker haben mit ihm die Show verlassen.


Norman Langen im Reptilienndruck

Das war die Show:

Norman Langen mit : „Hey Baby“ von DJ Ötzi

Der Schlagerabgrund mit DJ Ötzi-Song war nicht so tief wie befürchtet. Die eigentliche Herausforderung an den Zuschauer war der Schnitt des neongrünen Outfits des Aspiranten. Der lange Vampirumhang in neongrün kam cool rüber, aber die Knickerbocker in neongrün waren aber eher zuviel Ballermann. Unklar, ob die Zuschauer die Dosis Neongrün mit Knickerbockerm, den abgenudelten Song oder gar das Dauergrinsen des Interpreten nicht verkraftet haben.

Marco Angelini mit „Let Me Entertain You“ von Robbie Williams

Er bewies Mut im Vampire style Outfit gepaart mit Metall- und Lederlook. Von allem ein bisschen viel, aber er war auf seine Art perfekt.

Adrian Bujuppi mit „Beautiful Monster“ von Ne-Yo

Er gab den rockigen Gentleman, der von Tänzerinnen in Lack und Leder angetanzt wurde. Leider nutzte er die Gelegenheit mit den aufwändig gestylten „Beautiful Monstern“ auf der Bühne zu kommunizieren nur wenig, wirkte etwas zu stark auf sich selbst konzentriert.

Zazou Mall mit „Hot N Cold“ von Katy Perry

Die Schweizer Dancing Queen, diesmal in pinkem Tütü, drehte auf, versuchte sich hemmungslos zu geben, aber alles Aufdrehen reichte nicht, der Titel von Katy Perry war wie erwartet eine Nummer zu groß. Die Sexyness litt etwas unter unklar befestigten Strapsen.
Die temporeichen Nummern können nicht verstecken, dass es an Stimmpower fehlt, doch der Sympathiefaktor stimmt weiterhin, vielleicht hat die Schweizer Votingunterstützung sie auf den drittletzten Platz gebracht und damit weitergetragen in die 5. Mottowshow.

Sebastian Wurth mit „Monsta“ von Culcha Candela

Das Küken der Show wuchs über alle und sich selbst hinaus, die Stimme war so präsent, dass man für einen Moment dachte er ist auf Playback geschaltet. Mit samtweicher zupackender tonal sicherer Stimme blieb er in seiner Mitte, auch wenn ihm während seiner Gesangseinlage von den Tänzerinnen das Haar kräftig verwuschelt wurde. Wer ins Nachbarprogramm zu Justin Bieber rübergeschaltet hatte, merkte, dass beide nur eines verbindet, dass sie jung und männlich sind. Alle anderen Phantasien haben mit dem Wunsch zu tun, ohne viel Schweiss, in ein paar Wochen einen milionenschweren Star zu kreieren.

Pietro Lombardi mit „Que Sera, Sera“ von Hermes House Band

Hohe Musikalität, tonal sicher und mit seiner speziellen Stimme, mit viel Charisma und Authentizität ließ sich auch der Alt-Hit Que Sera gut anhören.

Sarah Engels mit : „Release Me“ von Agnes

Sie gab sich unverstellt selbstbewusst, rockte sich durch ihr „Release me“ von Agnes und legte das traurige Balladen-Queen Image dabei mal ab. Sie arbeitete sich mit starken Höhen durch den Song und verschenkte eine gute-Laune-Performance an die Zuschauer. In den Tiefen blieb sie stimmlich etwas stecken.

DSDS lag diesmal mit 28,3 Prozent (in Zahlen 3,69 Millionen) in der Zielgruppe der 14-49jährigen etwas unter den vorangegangenen Shows dieser Staffel.
18,7 Prozent (in Zahlen 6,29 Millionen) der Gesamtzuschauer war auch nicht der gewohnte Topmarktanteil.

„Wetten, dass..“ muss den direkten Vergleich nicht scheuen:
Showreview: hier.

Quotenberechnung: hier